
Die Elektronik im Auto unter Stress setzen – mit speziellen IR-Lampen
Seien wir ehrlich: Der Innenraum eines Autos ist ein schrecklicher Ort für Elektronikkomponenten. Zwischen der erbarmungslosen Sonneneinstrahlung auf dem Armaturenbrett und der extrem hohen Temperatur im Motorraum müssen die Komponenten ums Überleben kämpfen.
Deshalb entwickeln wir spezielle Kurzwellen-IR-Lampen. Wenn Sie bereits einmal einen Konvektionsofen benutzt haben, wissen Sie, wie das funktioniert: Die Luft wird erhitzt, und diese wiederum erwärmt die betreffenden Komponenten. Das geht jedoch sehr langsam. Unsere IR-Lampen sind anders – sie beeinflussen direkt die Oberfläche der Komponenten. Es geht also schnell – wirklich schnell.
Die richtige Temperatur erreichen
Wenn Sie eine Umgebungstemperatur im Stil eines Julitages nachahmen möchten, benötigen Sie enorme Energiemengen. Wir sprechen dabei von hoher Leistung in Kombination mit präziser Spannung – damit die Wärme gleichmäßig über die gesamte Oberfläche verteilt wird.
Wenn man 2000 W oder mehr in einen kleinen Raum leitet, erfolgt die Erhitzung fast sofort. Die gewünschte Temperatur wird in Sekunden erreicht – nicht in Minuten. Allerdings sollten Sie bedenken, dass solche Energiemengen einen großen Belastung auf die Stromversorgung ausüben. Stellen Sie sicher, dass Ihr Steuersystem diesen Anstieg verkraften kann – sonst werden Sie Probleme haben.
Die Komponenten unter der Haube
Wir verwenden hochreines Quarzglas für die Lampen. Warum? Weil normales Glas unter solchen thermischen Belastungen verbiegen oder zerbrechen würde. Zudem tragen wir spezielle Beschichtungen auf die Lampen auf. Dadurch wird das Lichtspektrum so gestaltet, dass es wie Sonnenwärme oder die für Industriestandards erforderliche Temperatur wirkt. Außerdem verwenden wir robuste Anschlüsse. Wenn man tagelang Belastungstests durchführt, möchte man auf keinen Fall, dass die Kontakte durchbrennen und dadurch alles durcheinandergerät.
Den Verschleißpunkt finden
Hier wird es interessant. Man setzt diese Lampen in eine Belastungskammer, um herauszufinden, wo genau eine PCB-Komponente versagt oder ein Kunststoffgehäuse zu deformieren beginnt. Durch Anpassung der Entfernung und der Zeit kann man im Grunde genommen jahrelangen Verschleiß in wenigen Wochen simulieren.
Da die IR-Wärme gerichtet ist, kann man kreativ sein: Man kann eine Seite eines Moduls erhitzen, während die andere Seite kühl bleibt. Dadurch entsteht eine thermische Belastung, wie sie bei echter Fahrten vorliegt. Das ist die beste Methode, um Verschleiß an den Lötstellen oder an den Komponenten bereits vor dem Einbau in das Fahrzeug festzustellen.